Koffer verschicken – das müssen Sie beachten

Sie wollen sich das lästige Mitschleppen des Gepäcks beim Verreisen ersparen? Heutzutage gibt es die Möglichkeit, Koffer bereits vor der Reise zu verschicken. Wie genau dies funktioniert und welche Versanddienste sich am besten dafür eignen, erfahren Sie hier.

Wann sollte ich den Koffer losschicken?

Normale Pakete weisen meist eine Lieferzeit von ein bis zwei Tagen auf. Beim  Kofferversand gelingt so eine schnelle Lieferung ebenfalls.  Jedoch in den meisten Fällen ohne Garantie. Als am sichersten gilt es, Koffer rund eine Woche vor der Reise loszuschicken.

Im Sortierzentrum bearbeiten die Paketanbieter die Koffer in der Regel nicht wie Pakete automatisch, sondern manuell von Hand. Gründe dafür bestehen zum einen darin, dass Koffer und Taschen nicht immer rechteckig sind und oft keine stabile Außenwand besitzen. Zudem gibt es überstehende Teile, wie beispielsweise Griffe, Rollen oder Kofferanhänger, die in den Sortieranlagen verhaken könnten.

Zu Stoßzeiten, wie zum Beispiel Sommerferien, entstehen oft längere Lieferzeit. Zudem aktualisiert sich der Sendungsstatus von Reisegepäck gelegentlich bis zu zwei bis drei Tage nicht. Darüber brauchen Sie sich zunächst einmal keine Sorgen machen, nicht jede Bearbeitungsstation erscheint im Tracking. Trotzdem wird Ihr Koffer in dieser Zeit bearbeitet. Anrufe beim Paketdienst beeinflussen oder beschleunigen den Transport nicht.  

Anbieter

Der Versand von Reisegepäck ist meistens nur innerhalb Deutschlands möglich. Selbst die Deutsche Post stellte den Versand in andere Länder ein. Nun bietet nur noch die Deutsche Bahn einen Gepäckversand ins Ausland an. Wir stellen Ihnen die Leistungen der verschiedenen Anbieter des Kofferversands vor:

Koffer verschicken mit der Deutschen Post/ DHL

Bereiten Sie Ihren Koffer wunderbar zu Hause für den Versand vor.  Verschicken Sie ohne Probleme Gepäckstücke bis zu 31,5 kg mit der Online Frankierung. Dafür drucken Sie sich die Frankierung ganz einfach selber aus. Befestigen Sie an Ihren Koffern unbedingt Gepäckbanderolen, welche Sie in fast jeder Postfiliale finden. Dort tragen Sie anschließend Ihre Empfangsadresse ein. Danach geben Sie Ihr Gepäck nur noch in der Postfiliale ab oder lassen ihn abholen.

 

Wichtiges auf einen Blick:

  • Koffer müssen als teures Sperrgutpaket verschickt werden
  • Aufpreis für Sperrgut: 26,78 Euro innerhalb Deutschlands oder ab 27,80 für Sondergepäck (wie z.B. Ski, Snowboard oder Golftasche)
  • Mehr Informationen: Sperrgut verschicken | DHL

Kofferversand mit Hermes

Bei Hermes besteht die Möglichkeit, dass Ihr Gepäck sogar bei Ihnen zuhause abgeholt werden kann. Dabei wirbt dieser Anbieter extra mit einer Abholung des Gepäckstücks. Auch sperrige Teile bis zu einem Maß von 120x60x60 cm lassen sich problemlos an Ihren Urlaubsort verschicken. Wenn die genannten Maße überschritten werden, wird der Versand als Sport- und Sondergepäck deklariert. Die Abholung geben Sie entweder telefonisch oder online in Auftrag. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Ihre Sendung zu verfolgen. Insgesamt haftet Hermes für einen Wert bis zu 1000 Euro. Abschließend muss vermerkt werden, dass bei der Abgabe im Hermes Paketshop ein Maximalgewicht von 25 kg und bei Abholung von 31,5 kg gilt.

Wichtiges auf einen Blick:

Gepäckservice der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn bietet ebenfalls einen Gepäckservice für Sie an. Dies ermöglicht Ihnen ein entspanntes Reisen. Verschicken Sie Ihren Koffer innerhalb Deutschlands, nach Italien, Schweiz, Österreich oder auf ein Kreuzfahrtschiff. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die DB Ihnen das Gepäck auf dem Weg zum Check-In am Flughafen abnimmt. Dieser Service ist an allen Deutsche Bahn Verkaufsstellen buchbar und gilt ab einem Preis von 29,90 Euro.  Zusätzlich bietet die DB eine Sendungsverfolgung an. Der Paketdienst Hermes und die Deutsche Bahn kooperieren beim Reisegepäck-Versand. Aus diesem Grund überschneiden sich nicht selten die Angebote beider Anbieter. 

Wichtiges auf einen Blick

  • Zielorte: Deutschland, Italien, Schweiz, Österreich
  • Services: Abgabe im Hermes Paketshop, Abholung zu Hause
  • Preisniveau: ab 13,90 Euro mit Hermes oder 27,80 Euro für Sondergepäck
  • Weitere Informationen: Kofferversand mit dem DB Gepäckservice (bahn.de)

Tipps vor dem Abschicken

Tipp 1: Machen Sie Fotos vom Inhalt des Koffers. Es gilt als sehr unwahrscheinlich, dass Ihr Koffer verloren geht, im schlimmsten Fall besteht anhand der Fotos die Möglichkeit, den Inhalt gegenüber dem Transporteur nachzuweisen. Dies ist essentiell, um Schadenersatz zu erhalten. Zusätzlich fotografieren Sie alle Außenseiten des Koffers. Das erscheint als sinnvoll, falls der Koffer unterwegs Schaden erleidet.

Tipp 2: Legen Sie in Ihren Koffer einen Zettel mit der Absender- und Empfängeranschrift hinein. Alternativ nehmen Sie einfach einen Ausdruck der Buchungsbestätigung, falls Sie den Kofferversand online beauftragen. Im Falle, dass der Adressaufkleber vom Koffer abreißt, wird Ihnen der Koffer anhand des Zettels wieder zugeordnet.

Tipp 3: Schicken Sie nicht Ihren teuersten Koffer auf Reisen. Während des Transportweges passiert es gelegentlich, dass Ihr Gepäck einige Kratzer bekommt. Dabei genügt es zum Beispiel schon, wenn der Reißverschluss einer Reisetasche über die Oberfläche eines Hartschalenkoffers ratscht. Auch weil Ihr Gepäckstück mit anderen Koffern und Reisetaschen transportiert wird, gelten solche Zusammenstöße als relativ wahrscheinlich.

Tipp 4: Um Ihren Koffer zusätzlich zu schützen, verpacken Sie ihn in einen Umzugskarton, um Beschädigungen zu vermeiden.

Mein Koffer kommt zu spät oder ist verloren gegangen

Koffer werden häufig nicht so schnell befördert wie reguläre Pakete. Deshalb empfiehlt es sich, das Gepäck mindestens eine Woche vor Abreise zu verschicken. Trifft ein Koffer verspätet am Urlaubsort ein, zahlen DHL und Hermes keinen Schadenersatz. Grundsätzlich befördern sie Gepäck ohne garantierten Zustelltermin. Sogar wenn der Koffer erst nach zwei Wochen ankommt, gilt die Transportleistung als erbracht. Dies geschieht allerdings in den wenigsten Fällen.

Anders sieht die Rechtsgrundlage allerdings bei verloren gegangenen Gepäcksstücken aus. In diesem Fall verpflichtet sich der Paketdienst zu einem Schadensersatz. Zuvor muss allerdings eine Nachforschung beauftragt worden sein, die durchaus drei bis vier Wochen Bearbeitungszeit haben kann. Erst nach erfolgloser Nachforschung kann der Absender die Auszahlung von Schadenersatz fordern.